Priesteraushilfe Pfarrer G.R. Bruno Layr
P R I E S T E R A U S H I L F E
23. Sonntag im Jahreskreis,5. September 2010 - LJ C

 

LIED ZUR ERÖFFNUNG

KREUZZEICHEN - LITURGISCHER GRUSS
Wir sind hier vor Gottes Angesicht versammelt. Ihm können wir uns öffnen. Vor ihm dürfen wir sein, wie wir sind: mit unseren Zweifeln und mit unseren Entscheidungen.
So beginnen wir unseren Gottesdienst
+ im Namen des Vaters und des Sohnes und des Hl. Geistes.   A: Amen.

Der Herr, der uns vorgelebt hat, wie wir in dieser Welt leben sollen, er sei mit euch!

EINFÜHRUNG
Meine lieben Freunde! Woche für Woche verkünden wir in unseren Kirchen die Botschaft Jesu. Und oft mag es so erscheinen, als würde sich durch unsere Bemühungen nicht sehr viel verändern. Dass es nicht damit getan ist, das Wort Gottes lediglich anzuhören, sondern dass alle aufgefordert sind, es in ihrem Leben nach Kräften umzusetzen, dazu aufzufordern wird die Hl. Schrift nicht müde. Nachfolge Jesu bedeutet nicht nur auf sein Wort zu hören, sondern eben auch, dieses Wort zu leben.

Als Jüngerinnen und Jünger Jesu haben wir uns hier aber versammelt, um uns von ihm selbst stärken zu lassen auf unserem Weg der Nachfolge.
Jesus nachfolgen, das geht nicht ohne die klare Entscheidung für ihn. Dies ist die nüchterne Aussage des heutigen Evangeliums.
Und so wollen wir nun nachdenken: Wie war es in der vergangenen Woche mit meiner Entscheidung für Christus? Welchen Platz durfte er in meinem Leben einnehmen?   - kurze Stille -
Bitten wir den Herrn nun um sein Erbarmen:

KYRIE-RUFE
Herr Jesus Christus,
• manchmal machen wir uns große Hoffnungen und entdecken dann das Kleingedruckte des Lebens. Schenke uns Mut, wenn wir überfordert sind. Herr, erbarme dich unser!
• Manchmal machen wir selbst unsere Unterstützung und unsere Zuneigung zu anderen Menschen von viel zu vielen Bedingungen abhängig. Schenke uns Großzügigkeit und ein liebendes Herz. Christus, erbarme dich unser!
• Manchmal fällt es uns zwischen all der Werbung schwer zu erkennen, was wirklich wichtig ist im Leben. Schenke uns die Weisheit, das Wesentliche vom Unwesentlichen zu unterscheiden. Herr, erbarme dich unser!

VERGEBUNGSBITTE
Jesus, unser Bruder! Du kennst uns besser als wir uns selber kennen. Verzeih’ uns unsere Fehler und Schwächen und öffne unser Herz für deine Liebe. Amen.

GLORIALIED

TAGESGEBET
Lasset uns beten! Guter Gott, du hast uns in die Nachfolge deines Sohnes gerufen. Sieh voll Güte auf uns und stärke uns mit deinem Wort und deinem Brot, damit wir mit entschiedenem Herzen deine Botschaft bezeugen.
Hilf uns, dass wir uns auf dich ausrichten und erkennen, wozu du uns heute und hier rufst. Darum bitten dir dich durch Christus, unseren Bruder und Herrn.  Amen.

EINFÜHRUNG IN DIE 1. LESUNG
Gottes Pläne mit uns können wir nicht verstehen. Sie sind größer als alles, was unser Verstand begreifen kann. Dass wir Gott trotzdem glaubend vertrauen dürfen, erkannten schon die jüdischen Verfasserinnen und Verfasser der Weisheitsliteratur vor über 2.000 Jahren.

1. LESUNG aus dem Buch der Weisheit 9,13-19
Welcher Mensch kann Gottes Plan erkennen, oder wer begreift, was der Herr will? Unsicher sind die Berechnungen der Sterblichen und hinfällig unsere Gedanken; denn der vergängliche Leib beschwert die Seele, und das irdische Zelt belastet den um vieles besorgten Geist.
Wir erraten kaum, was auf der Erde vorgeht, und finden nur mit Mühe, was doch auf der Hand liegt; wer kann dann ergründen, was im Himmel ist?
Wer hat je deinen Plan erkannt, wenn du ihm nicht Weisheit gegeben und deinen heiligen Geist aus der Höhe gesandt hast?
So wurden die Pfade der Erdenbewohner gerade gemacht, und die Menschen lernten, was dir gefällt; durch die Weisheit wurden sie gerettet.

EINFÜHRUNG IN DIE 2. LESUNG
Der Brief des Apostel Paulus an Philemon ist ein sehr persönlicher Brief. Ein entlaufener Sklave Philemons war zu Paulus ins Gefängnis gekommen. Paulus hat ihn getauft und lieb gewonnen.
Nun schickt er ihn zu seinem Herrn zurück. Er bittet nicht um die Freiheit des Sklaven. Er rüttelt nicht direkt am sozialen Gefüge seiner Zeit. Wenn die Menschen, die an Christus glauben, einander als Schwestern und Brüder annehmen, dann wird sich auch irgendwann die rechte Ordnung ergeben.
Denn Christ sein heißt lieben, und lieben heißt, jemanden frei zu lassen.

2. LESUNG aus dem Brief an Philemon 9b 10.12-17
Lieber Bruder! Ich, Paulus, ein alter Mann, der jetzt für Christus Jesus im Kerker liegt, ich bitte dich für mein Kind Onésimus, dem ich im Gefängnis zum Vater geworden bin.
Ich schicke ihn zu dir zurück, ihn, das bedeutet mein eigenes Herz.
Ich würde ihn gern bei mir behalten, damit er mir an deiner Stelle dient, solange ich um des Evangeliums willen im Gefängnis bin. Aber ohne deine Zustimmung wollte ich nichts tun.
Deine gute Tat soll nicht erzwungen, sondern freiwillig sein.
Denn vielleicht wurde er nur deshalb eine Weile von dir getrennt, damit du ihn für ewig zurückerhältst, nicht mehr als Sklaven, sondern als weit mehr: als geliebten Bruder.
Das ist er jedenfalls für mich, um wie viel mehr dann für dich, als Mensch und auch vor dem Herrn. Wenn du dich mir verbunden fühlst, dann nimm ihn also auf wie mich selbst!

ZWISCHENGESANG

HINFÜHRUNG ZUM EVANGELIUM
Die Nachfolgeworte des heutigen Evangeliums zeigen Jesus in der Radikalität seiner Botschaft, die nicht wörtlich, sondern vielmehr ernst genommen werden will.
Leben oder gelebt werden durch andere, besitzen oder besessen sein – mit diesen Fragen und praktischen Beispielen konfrontiert Jesus seine Zuhörerschar und uns alle.

AUS DEM HL. EVANGELIUM NACH LUKAS 14,25-33
In jener Zeit, als viele Menschen Jesus begleiteten, wandte er sich an sie und sagte: Wenn jemand zu mir kommt und nicht Vater und Mutter, Frau und Kinder, Brüder und Schwestern, ja sogar sein Leben gering achtet, dann kann er nicht mein Jünger sein.
Wer nicht sein Kreuz trägt und mir nachfolgt, der kann nicht mein Jünger sein.
Wenn einer von euch einen Turm bauen will, setzt er sich dann nicht zuerst hin und rechnet, ob seine Mittel für das ganze Vorhaben ausreichen?
Sonst könnte es geschehen, dass er das Fundament gelegt hat, dann aber den Bau nicht fertig stellen kann, und alle, die es sehen, würden ihn verspotten und sagen: Der da hat einen Bau begonnen und konnte ihn nicht zu Ende führen.
Oder wenn ein König gegen einen anderen in den Krieg zieht, setzt er sich dann nicht zuerst hin und überlegt, ob er sich mit seinen zehntausend Mann dem entgegenstellen kann, der mit zwanzigtausend gegen ihn anrückt?
Kann er es nicht, dann schickt er eine Gesandtschaft, solange der andere noch weit weg ist, und bittet um Frieden.
Darum kann keiner von euch mein Jünger sein, wenn er nicht auf seinen ganzen Besitz verzichtet.

PREDIGT
Seien wir ehrlich: wer von uns hier wird zu den Aussagen Jesu – die uns durch den Evangelisten übermittelt wurde - nicht die eine oder andere Frage haben?
Manche werden vielleicht sogar mit dem Kopf schütteln. "Wer nicht Vater, Mutter, Frau und Kinder, Bruder und Schwester und auch das eigene Leben gering achtet, ja sogar auf den ganzen Besitz verzichtet, kann nicht mein Jünger sein."
Wenn wir diese zusammengefassten Aussagen wörtlich nehmen müssten, so werden wohl die Allerwenigsten - Ausnahmen finden wir am ehesten bei Einsiedlern, Mönchen und Nonnen - von uns allen hier "echte" Jünger Jesu sein können. Wie dürfen und müssen wir also die Worte des Evangeliums verstehen?

Zunächst müssen wir den Hintergrund der Zeit, als Jesus seine engsten Jünger sammelte und auch die Zeit der jungen Kirche, in der das Evangelium geschrieben wurde, berücksichtigen.
Jesus berief seine engsten Jünger und wohl auch Jüngerinnen und zog mit diesen durchs Land.
Dazu gehörte für diesen engsten Kreis auch der Verzicht auf feste Bindungen und die Loslösung von familiären und örtlichen Verpflichtungen.
In der frühen Kirche war das Bekenntnis zu Jesus wahrlich gefährlich. Als Christ galt es, eine Lebensentscheidung zu treffen, die sich auch durch neue Prioritäten in Beziehungen oder Gebräuchen usw. äußerte. Wenn es im Evangelium heißt: "wenn ihr all das ... nicht gering achtet", so besagt dies: Der Jünger darf sich durch familiäre Bindungen nicht von der konsequenten Nachfolge abhalten lassen. Hintergrund dieser Erklärung ist die Geschichte mit dem großen Festmahl, zu dem jeder der Eingeladenen eine eigene Ausrede privaten oder geschäftlichen Inhalts parat hält.
Das Bekenntnis zu Christus war in der Urkirche oft mit der Gefahr durch Verfolgung oder Tod am Kreuz verbunden.

In unserer westlichen Welt versammeln sich Sonntag für Sonntag Christen und Christinnen zum gemeinsamen Gottesdienst - wie wir heute! Viele von uns kommen aus einer gut bürgerlichen Welt.
Vielen von uns - nicht allen wohlgemerkt! - geht es insgesamt gut - trotz aller Probleme im Beziehungs-, Partnerschafts-, Berufs- oder Gesundheitsbereich.
Viel Wohlstand - wenn manchmal auch bescheiden - konnte in den Jahren nach dem Krieg erarbeitet werden. Verfolgung oder Diskriminierung haben die Christen in unseren Breiten kaum zu befürchten. Zu den höchsten Zielen und Werten zählen neben guten Beziehungen, einer intakten Familie, Geborgenheit, besonders auch die materielle Sicherheit.
Wie dürfen wir also heute Jünger Jesu Christi sein? Reichen da der Taufschein und die Firmung? Reicht der regelmäßige Gottesdienst am Sonntag?

Ich denke, Nachfolge Christi hat auch heute etwas Herausforderndes und bedarf eines entschiedenen JA mit so manchen Konsequenzen - über den Taufschein und die Firmungsurkunde hinaus.

• Wer Jesus nachfolgen will, wird sich wohl - wie seit 2000 Jahren - in einer christlichen Gemeinde einbringen, seinen Glauben darin bekennen, beten und feiern.

• Wer Jesus nachfolgen will, wird sich - ohne groß zu fragen - solidarisieren mit den Benachteiligten dieser Welt und an ihrer Seite für Gerechtigkeit und auch Frieden kämpfen. Ich muss nicht extra anführen, wer zu den Benachteiligten gehört: dazu gehören wohl auch die vielen Menschen ohne Zukunft, auf der Flucht vor Verfolgung in ihrer Heimat. Dazu gehören auch die am Rande stehenden Menschen in unserem Land und die vielen an Nahrung und Bildung hungernden Menschen in der 3. und 4. Welt.

• Wer Jesus nachfolgen will, wird die Bereitschaft nicht ausschlagen, selbst auch heilig werden zu wollen.

Heilig - richtig verstanden - hat nichts mit Ekstasen, Wundern oder Weltabgewandtheit zu tun. Heilig zu sein und zu werden ist die eigentliche Berufung des Christen. Heiligkeit ist nicht ein Kleid, das man am Eingang ins Geschäfts- und Wirtschaftsleben an den Nagel hängen kann. Sie ist Wesensbestandteil der Persönlichkeit und wird darum Ausdruck finden im privaten Leben, als Vater oder Mutter, als Single, als junger oder älterer Mensch, in der kulturellen, wirtschaftlichen, kirchlichen und auch politischen Sphäre der Tätigkeit. So verstandene Heiligkeit hat mit gesunden zwischenmenschlichen Beziehungen und erlöster Mitmenschlichkeit zu tun. Das ist die Umschreibung für ein altbekanntes Wort: nämlich „Liebe“.

Es ist nicht immer leicht mit der Nachfolge. Zur Nachfolge gehört - und das wissen viele nur allzu gut - im Ernstfall auch das Kreuz - die Annahme von Problemen, Anfeindungen, Unverständnis und Leid.
Hinter all dem wissen und vertrauen wir aber, dass einer mit uns geht und uns begleitet und aufrichtet, wenn wir müde werden; uns das Kreuz zu tragen hilft, wenn es uns zu schwer wird; der uns den Weg durch dieses Leben zeigt, wenn wir nicht mehr weiter wissen. Es ist Jesus selbst - Er, der uns in seine Nachfolge gerufen hat. Amen.

GLAUBENSBEKENNTNIS
Wir bekennen unseren Glauben an Gott, der uns zu Entscheidungen herausfordert und der uns aber immer wieder neu die Kraft gibt, zu ihnen zu stehen.
So wollen wir gemeinsam diesen unseren Glauben bekennen:  Ich glaube an Gott …

FÜRBITTEN
Miteinander und füreinander lasst uns nun zu unserem Vater im Himmel beten, der uns alle in seine Nachfolge gerufen hat:

• Zeige uns als Gemeinde, wie wir uns gegenseitig im Glauben stärken und mittragen können und stärke uns in unserem Bemühen, dir nachzufolgen.

• Für die Menschen, die in Gesellschaft und Kirche Verantwortung tragen: um Menschenfreundlichkeit und Weisheit.

• Für alle, die in Ehe und Familie leben: dass sie mit deiner Kraft einander viel Liebe und Geborgenheit schenken können.

• Für uns selbst: um das Vertrauen, dass du uns nahe bist und uns auffängst, wenn uns der Mut verlassen will.

• Für unsere Verstorbenen: dass sie bei dir jene Heimat und Geborgenheit finden, die sie ersehnt und an die sie geglaubt haben.

Diese und alle unsere unausgesprochenen Bitten bringen wir vor dich. Wir bitten dich, erhöre sie und bleibe du uns nahe für alle Ewigkeit. Amen.

LIED ZUR GABENBEREITUNG

GABENGEBET
Guter Gott, viel ist es nicht, was wir dir anbieten: Brot und Wein, kleine Zeichen unseres zerbrechlichen Lebens. Doch diese Zeichen kommen von Herzen. In ihnen legen wir unseren guten Willen zur Nachfolge, unser Bemühen um den nächsten ernsthaften Schritt auf dich zu, auf den Altar. Blicke auf unsere Armut und Leere, auf das Wenige, was wir dir schenken; sprich Worte des Segens über unser Leben und wandle diese Gaben in Zeichen deiner Nähe.
Darum bitten wir durch Christus, deinen Sohn, unseren Herrn und Gott, der in der Einheit des Hl. Geistes mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit. Amen.

PRÄFATION
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, Herr, heiliger Vater, allmächtiger, ewiger Gott,
immer und überall zu danken.
Denn wir erkennen deine Herrlichkeit in dem, was du an uns getan hast:
Du bist uns mit der Macht deiner Gottheit zu Hilfe gekommen
und hast uns durch deinen menschgewordenen Sohn
Rettung und Heil gebracht aus unserer menschlichen Sterblichkeit.
So kam uns aus unserer Vergänglichkeit das unvergängliche Leben
durch unseren Herrn Jesus Christus.
Durch ihn preisen wir jetzt und in Ewigkeit dein Erbarmen
und singen mit den Chören der Engel das Lob deiner Herrlichkeit: …

HEILIGLIED

ZUM VATER UNSER
Als Menschen, die unabhängig von Geschlecht und Alter, von Besitz und sozialem Stand im Glauben zu einer Gemeinschaft von Brüdern und Schwestern zusammengefügt sind, lasst uns beten:
A: Vater unser im Himmel, …

ZUM FRIEDENSGRUSS
Friede kann wachsen, wo Versagen und Schuld vergeben werden.
So wollen wir den Herrn anrufen, dass er unter uns den Frieden schafft:
Herr Jesus Christus, schau auf unser Bemühen dir nachzufolgen.
Schau auf die Sehnsucht so vieler Menschen nach Frieden und Freiheit und schenke uns und allen Menschen in der Welt deinen Frieden.

Dieser Friede Jesu Christi sei allezeit mit euch!

ZUR HL. KOMMUNION
Jesus Christus lässt uns auf dem Weg der Nachfolge nicht allein.
Er will uns stärken durch seinen Hl. Leib.
Er kommt uns im Sakrament des Brotes entgegen.

So seht Christus, das Lamm Gottes, im Brot des Lebens!
A: Herr, ich bin nicht würdig, ...

Christus spricht: Ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in Fülle haben.

KOMMUNIONLIED

MEDITATION NACH DER HL. KOMMUNION 1
Herr, du rufst uns. Du brauchst uns.
Du hast 33 Jahre auf dieser Erde gelebt. Aber das hat nicht gereicht.
Du hast nicht lieben können wie eine Mutter, dazu brauchst du Mütter.
Du hast nicht für eine Familie sorgen können.
Dazu brauchst du Väter und Mütter.
Du hast nicht den Kranken von heute helfen können,
dazu brauchst du Ärzte und Krankenschwestern.
Du hast nicht den Menschen von heute das Brot brechen können,
dazu brauchst du Priester.
Du brauchst uns, um das, was du anfingst, in dieser Welt zu vollenden.
Du brauchst uns, um Wunder zu wirken,
Wunder der Technik und der Wissenschaft,
Wunder dienender Liebe und Güte, Wunder des Friedens ...
Du willst auch durch mein Herz und durch meine Hände
die Welt menschlicher machen,
durch meine Vernunft und durch meine Arbeit;
denn es geht dir um die Welt von heute und um meine Mitmenschen.
Hinter all dem dürfen wir auf deine segnende Hand vertrauen!

MEDITATION NACH DER HL. KOMMUNION 2
Das Kleingedruckte in der Kirche klingt auf den ersten Blick nicht viel anders als ein Knebelvertrag. Wer Ohren hat zu hören, der höre. (Pause)

Mein Jünger kann nicht sein, wer Vater und Mutter, Frau und Kinder, Brüder und Schwestern den Vorrang vor Gottes Botschaft gibt. (Pause)
Mein Jünger kann nicht sein, wer sein Leben mehr liebt als die Botschaft Gottes. (Pause)
Mein Jünger kann nicht sein, wer nicht sein Kreuz trägt und mir nachfolgt. (Pause)
Mein Jünger kann nicht sein, wer nicht bereit ist, auf seinen ganzen Besitz zu verzichten. (Pause)

Das ist radikal. Klingt ziemlich absurd. Was soll das heißen? (Pause)

Es wäre Jesus zu billig, wenn wir ihm nachrennen, ohne an die Konsequenzen zu denken. Es ist mit Widerstand zu rechnen. (Pause)
Es wäre Jesus zu billig, wenn wir seine Botschaft verkündeten, ohne dass sich unser eigenes Verhalten änderte. Damit würden wir seine Botschaft unglaubwürdig machen. (Pause)

Jesus ist ehrlich mit uns. Er hat selber erlebt, was es heißt, Gottes Botschaft mit allen Fasern seiner Liebe den Menschen zu verkündigen. Die Sache kommt einfach nicht überall gut an.
In die Nachfolge Jesu gerufen zu sein, kann zu Familienstreit führen.
Nachfolge Jesu kann mir auch Nachteile einbringen.
Nachfolge Jesu kann im Extremfall zu Verfolgung führen und das eigene Leben kosten. (Pause)
Aber Jesus sagt: Trotz dieser Risiken lohnt sich die Nachfolge: Sie macht uns lebendig bis in die Wurzelfasern unserer Seele. Die Nachfolge gibt uns Sicherheit, dass Gott unsere Fehler verzeiht. Die Nachfolge Jesus gibt unserem Leben Sinn, gibt unserem Leben eine Richtung.

SCHLUSSGEBET
Guter Gott, dich wollen wir spüren, dort wo wir lieben, dort wo wir arbeiten, dort wo wir miteinander Freud und Leid teilen:
Gib uns in der kommenden Woche liebende Augen, offene Ohren, freie Hände, und die Erinnerung an dein Wort, das uns heute bestärkt hat, und sei uns nahe in Christus, unserem Herrn.  Amen.

VERKÜNDIGUNGEN

SEGENSBITTE
Bitten wir Gott nun um seinen Segen:

Der allmächtige Gott, der Vater und Quell aller Weisheit segne und behüte uns.
Der menschgewordene Gott Jesus Christus gehe uns voran auf den Wegen des Lebens.
Der liebende Gott, der Hl. Geist, wohne spürbar mit seiner Kraft in unseren Herzen.

Dazu segne, begleite und behüte uns und alle,
für die wir heute besonders beten und die hier mit uns gebetet haben,
der in seiner Liebe allmächtige und in Jesus allzeit nahe Gott,
+ der Vater, der Sohn und der Hl. Geist.  Amen.

SENDUNG
So gehen wir nun hin in unseren Alltag
mit all seinen Sorgen, Problemen und Chancen.
Suchen wir die Einheit aller Dinge in der Liebe Gottes,
und laßt uns gehen in seinem Frieden!   A: Dank sei Gott, dem Herrn!

AUSZUGSLIED

¬

  Fassung vom: 29. 07. 2010