Priesteraushilfe Pfarrer G.R. Bruno Layr
P R I E S T E R A U S H I L F E
21. Sonntag im Jahreskreis, 22. August 2010 - LJ C

 

LIED ZUR ERÖFFNUNG

KREUZZEICHEN - LITURGISCHER GRUSS
Wir haben uns zur sonntäglichen Eucharistiefeier versammelt, das verbindet uns mit allen Christen dieser Welt.
+ Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Hl. Geistes. A: Amen.

Jesus Christus, der das Heil aller Menschen will, ist unter uns und schenkt uns seinen Frieden. ER sei mit euch!

EINFÜHRUNG
Meine lieben Freunde! Es ist, im Gegensatz zu früheren Zeiten, heute ein Leichtes, Zugang zu allen möglichen Informationen und Präsentationen zu bekommen.
Wir haben Zugang zu allem, was uns interessiert, was wir haben wollen oder was uns einfach die Zeit vertreibt. Das Internet macht's möglich.
Was dank dieser Kommunikationstechnik so leicht wurde, ist oder bleibt bei manchen Menschen nach wie vor schwierig: Zugang zu ihnen zu finden. Herzen sind schwieriger als Datenbanken zu erreichen. Und wie ist das bei Gott? Hatten wir in letzter Zeit Zugang zu ihm?
In Jesus Christus ist Gott zu uns gekommen und sucht Zugang zu uns. Ihn rufen wir im Kyrie an und bitten um sein Erbarmen.    Kurze Stille

KYRIE-RUFE
Guter Gott,
• du hast diese Welt erschaffen und sie uns Menschen anvertraut, damit wir dein Reich hier und heute schon Wirklichkeit werden lassen. Herr, erbarme dich unser.
• du hast deinen Sohn gesandt, damit er uns zeigt, was es heißt, als Mensch zu leben und die Gemeinschaft der Liebe aufzubauen. Christus, erbarme dich unser.
• zu Pfingsten hast du uns deinen Hl. Geist geschenkt, damit wir nicht geistlos leben, sondern der Liebe in dieser Welt einen Platz bereiten. Herr, erbarme dich unser.

VERGEBUNGSBITTE
Der barmherzige Gott vergebe uns unsere Schuld, unser Versagen, unsere Engstirnigkeit und Begrenztheit. Er gebe uns die Kraft, aus der Erfahrung seiner Liebe immer wieder neu leben zu lernen.   A: Amen.

GLORIALIED

TAGESGEBET
Guter Gott, du verbindest alle, die an dich glauben, zur gemeinsamen Suche nach gelingendem Leben. Gib uns Geduld und Ausdauer, damit wir uns täglich neu bemühen, das zu tun, was deinem Willen entspricht. Lass uns so in der Unbeständigkeit dieses Lebens bei dir Orientierung und Klarheit finden, damit unser Leben gelingt und in deinem Reich seine Vollendung findet. Dir, dreieiniger Gott, sei die Ehre in Ewigkeit.  Amen.

EINFÜHRUNG ZUR 2. LESUNG
Es gibt Texte, die abschrecken und verstören. Die Rede von Gott als Zuchtmeister gehört dazu. Generationen prügelnder Väter und Lehrer konnten sich auf diese Stelle im Hebräerbrief berufen. Was können wir dem Text heute abgewinnen? Es gibt eine Zucht ohne Züchtigung, eine Zucht, die in Liebe und Klarheit zum Leben befähigt.
Und so hören wir jetzt einen für unsere Ohren ziemlich sperrigen Text, da sich die Erziehungsmethoden grundlegend geändert haben. Die Zeit, Kinder zu schlagen, ist hoffentlich vorbei. Genauso schlecht wäre es aber, Kinder überhaupt nicht zu erziehen und sie sich selber zu überlassen.

2. LESUNG AUS DEM HEBRÄERBRIEF 12,5-7.11-13
Brüder! Ihr habt die Mahnung vergessen, die euch als Söhne anredet: Mein Sohn, verachte nicht die Zucht des Herrn, verzage nicht, wenn er dich zurechtweist.
Denn - wen der Herr liebt, den züchtigt er; er schlägt mit der Rute jeden Sohn, den er gern hat. Haltet aus, wenn ihr gezüchtigt werdet. Gott behandelt euch wie Söhne.
Denn wo ist ein Sohn, den sein Vater nicht züchtigt?
Jede Züchtigung scheint zwar für den Augenblick nicht Freude zu bringen, sondern Schmerz, später aber schenkt er denen, die durch diese Schule gegangen sind, als Frucht den Frieden und die Gerechtigkeit.
Darum macht die erschlafften Hände wieder stark und die wankenden Knie wieder fest, und ebnet die Wege für eure Füße, damit die lahmen Glieder nicht ausgerenkt, sondern geheilt werden.

ZWISCHENGESANG

HINFÜHRUNG ZUM EVANGELIUM
Wem wird die Tür ins Reich Gottes offen stehen und wem nicht? Eine unbequeme Frage, die Lukas im heutigen Evangelium aufwirft. Ob wir eingelassen werden, liegt an unserem Verhalten hier und heute. Gottesdienst und Menschendienst sind eine Einheit und lassen sich nicht voneinander trennen.
Lukas ruft zur Wachsamkeit auf und zum entschlossenen Tun. Die bloß äußerliche Teilnahme am Gottesdienst reicht nicht aus, um ins Reich Gottes eingelassen zu werden, wenn der übrige Lebensstil dem nicht entspricht.

AUS DEM HL. EVANGELIUM NACH LUKAS 13,22-30
In jener Zeit zog Jesus auf seinem Weg nach Jerusalem von Stadt zu Stadt und von Dorf zu Dorf und lehrte.
Da fragte ihn einer: Herr, sind es nur wenige, die gerettet werden?
Er sagte zu ihnen: Bemüht euch mit allen Kräften, durch die enge Tür zu gelangen; denn viele, sage ich euch, werden versuchen hineinzukommen, aber es wird ihnen nicht gelingen.
Wenn der Herr des Hauses aufsteht und die Tür verschließt, dann steht ihr draußen, klopft an die Tür und ruft: Herr, mach uns auf!
Er aber wird euch antworten: Ich weiß nicht, woher ihr seid.
Dann werdet ihr sagen: Wir haben doch mit dir gegessen und getrunken, und du hast auf unseren Straßen gelehrt.
Er aber wird erwidern: Ich sage euch, ich weiß nicht, woher ihr seid. Weg von mir, ihr habt alle Unrecht getan!
Da werdet ihr heulen und mit den Zähnen knirschen, wenn ihr seht, dass Abraham, Isaak und Jakob und alle Propheten im Reich Gottes sind, ihr selbst aber ausgeschlossen seid.
Und man wird von Osten und Westen und von Norden und Süden kommen und im Reich Gottes zu Tisch sitzen. Dann werden manche von den Letzten die Ersten sein und manche von den Ersten die Letzten.

PREDIGT
Die Frage, die Jesus da im Evangelium gestellt wird, ist auch unsere Frage: »Herr, sind es nur wenige, die gerettet werden?« Es ist die Frage danach, ob sich alle unsere Mühen lohnen, um das ewige Leben zu erhalten.

Die Antwort Jesu ist keine direkte Antwort auf die Frage. Sie gibt aber zu denken: »Bemüht euch mit allen Kräften, durch die enge Tür zu gelangen, denn viele werden versuchen hineinzukommen, aber es wird ihnen nicht gelingen.“

Die Antwort, die Jesus gibt, wirft neue Fragen auf: Warum bemühen sich viele vergeblich? Was heißt: „Bemüht euch mit allen Kräften!“? Kommt es also doch auf unsere Kräfte an, auf unsere Werke und Verdienste, um das Heil zu erlangen? Im Gleichnis vom barmherzigen Vater hat Jesus es uns doch anders erzählt, dass es nämlich Gottes Güte ist, die dem verlorenen Sohn Vergebung und Heil schenkt. Besteht da ein Widerspruch zwischen dem Gleichnis und dem heutigen Evangelium? Was will Jesus uns heute verkünden?

zum 1.: Unsere Aufgabe besteht nicht darin zu spekulieren, sondern die Gaben in unserem Leben zu entdecken, die Gott uns geschenkt hat. Und die gilt es einzusetzen.

Zum 2.: Es ist nicht richtig, vor Gott Berechnungen anzustellen. Darum dürfen wir zu Gott nicht sagen: Wir haben für dich so viel getan; jetzt bist du dran, uns den Lohn dafür zu geben. Gott ist nicht unser Handelspartner. Wir bleiben vor ihm immer Glaubende, Hoffende, Liebende und Bittende.

zum 3.: Unser Leben ist manchmal hart und schwer. Krankheiten. Leiden und Behinderungen kosten große Kraftanstrengungen. Der Glaube soll keine zusätzliche Last sein. Er will erfahren lassen, dass er uns hält und trägt.

Das Evangelium ist also keine Drohbotschaft, sondern eine Frohbotschaft; denn am Schluss heißt es: »Man wird von Osten und Westen, von Norden und Süden kommen und im Reich Gottes zu Tische sitzen.«
Es gibt also mit Gott Gemeinschaft und Freundschaft, nicht nur für uns Christen, sondern auch für die Menschen anderer Religionen. Gott ist der Gott und Vater aller Menschen.
Liebe Freunde! Wir haben keinen Grund, uns vor Gott zu fürchten. Er ist kein unberechenbarer, furchterregender Gott, auch kein kleinlicher Buchhalter. Er ist ein Gott, dem wir uns ganz anvertrauen können. Er ist es, der uns liebt und rettet. Durch Jesus Christus lädt er uns freundlich ein: »Kommt alle zu mir, die ihr euch plagt und schwere Lasten zu tragen habt. Ich werde euch Ruhe verschaffen«.  Amen.

ALTERNATIVES GLAUBENSBEKENNTNIS – Nachapostolisches Bekenntnis
Ich glaube an Gott, der Liebe ist,
den Schöpfer des Himmels und der Erde.
Ich glaube an Jesus, sein menschgewordenes Wort,
den Messias der Bedrängten und Unterdrückten,
der das Reich Gottes verkündet hat und gekreuzigt wurde,
deswegen ausgeliefert, wie wir der Vernichtung des Todes,
aber am dritten Tage auferstanden,
um weiter zu wirken für unsere Befreiung,
bis dass Gott alles in allem sein wird.
Ich glaube an den Hl. Geist,
der uns zu Mitstreitern des Auferstandenen macht,
zu Brüder und Schwestern derer,
die für Gerechtigkeit kämpfen und leiden.
Ich glaube an die Gemeinschaft der weltweiten Kirche,
an die Vergebung der Sünden,
an den Frieden auf Erden, für den zu arbeiten Sinn macht,
und an die Erfüllung des Lebens über unser Leben hinaus.  Amen.
Kurt Marti (Aus: ders., in: gemeinsam unterwegs, hg. Ökumenischer Kirchentag Berlin 2003 e.V., Stuttgart 2003, Seite 146, © Radius Verlag GmbH, Stuttgart)

FÜRBITTEN
Bemüht euch nach Kräften, sagt Jesus. Die Mühe um Barmherzigkeit schließt auch das Gebet für jene ein, die es besonders benötigen:

• Wir beten für die Menschen, die krank sind, und für all jene, die heute nicht hier sein können, die aber auf unser Gebet hoffen und unsere Liebe brauchen.

• Für alle Menschen, die sich in der Gemeinschaft der Kirche für dein Reich einsetzen: um Kraft und Phantasie für ihren Dienst am Evangelium.

• Für die Kinder und Jugendlichen in unseren Gemeinden: um Menschen, die sie begleiten auf dem spannenden und spannungsreichen Weg des Glaubens.

• Für alle, deren Leben zu Ende geht; für alle, die in dieser Stunde im Sterben liegen: um die Nähe lieber Menschen und um die Hoffnung auf die Fülle des Lebens bei dir.

Guter und treuer Gott, lass unser Reden und Handeln immer mehr dem Reden und Handeln deines Sohnes gleich werden. Darum bitten wir dich für heute und alle Tage unseres Lebens.  A: Amen.

LIED ZUR GABENBEREITUNG

GABENGEBET
Vater im Himmel, du hast uns aus Liebe die Freiheit geschenkt, damit wir als deine Mitarbeiter am Aufbau deines Reiches mithelfen. Lass uns durch die Gaben, die wir gebracht haben und die durch deine Liebe zu uns Menschen gewandelt werden, Kraft schöpfen für unser Leben und die Verwirklichung deines Reiches hier auf Erden.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. Amen.

PRÄFATION
Guter Gott, wir danken dir,
denn du bist es, der uns Mut gibt,
aufzubrechen aus Wegen, die nicht weiter führen.
Du bist es, der uns den Geist gibt, Wege zu suchen,
die deine Wege sind, Wege des Heiles.
Deshalb hoffen wir auf dich, weil du uns die Kraft gibst,
die uns herausführt aus unserer Gleichgültigkeit,
die uns unsicher werden lässt
in unseren selbst erschaffenen Sicherheiten.
Wir loben dich dafür, dass du uns bei unserem Suchen
immer wieder Zeichen deiner Gegenwart und deiner Treue gibst.
Wir preisen dich, weil du in uns den Glauben an dich wach hältst.
Denn du bist es, der uns das Leben gegeben hat,
darum danken wir dir und loben dich:

HEILIGLIED

ZUM VATER UNSER
Beten wir mit den Worten, die Jesus uns geschenkt hat, und bringen wir unsere Verbundenheit dadurch zum Ausdruck, dass wir einander die Hände reichen:
Vater unser im Himmel …

ZUM FRIEDENSGEBET
Menschen, die sich auf andere Menschen einlassen und versuchen,
sie zu verstehen, tragen zum Frieden bei.
Es ist aber nicht immer leicht, Frieden zu halten: unter Einzelnen, Gruppen und Nationalitäten. Aber im Licht von Ostern ist es möglich, dass die Menschheit von Zerrissenheit geheilt wird.
Unser Friedensgruß ist ein Anfang dafür:

Der Friede unseres Herrn Jesus Christus sei allezeit mit euch!    A: Und mit deinem Geiste!

Geben wir einander ein Zeichen dieses Friedens!

ZUR HL. KOMMUNION
Wir haben miteinander gebetet und das Wort Gottes gehört. Jetzt wollen wir uns vorbereiten, miteinander und mit Jesus Mahl zu halten.

So seht Christus, das Zeichen Gottes für die Völker!    A: Herr, ich bin nicht würdig ...

So spricht der Herr: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater außer durch mich!“

KOMMUNIONLIED

MEDITATION NACH DER HL. KOMMUNION
Selig, die aufmerksam sind für die Winke der anderen,
ohne sich jedoch für unersetzlich zu halten; sie werden viel Freude säen.
Selig, die lachen können und kein böses Gesicht machen;
ihre Wege werden sonnenbeschienen sein.
Selig, die es verstehen, die kleinen Dinge ernst und die ernsten Dinge gelassen anzusehen; sie werden im Leben weit kommen.
Selig, die denken, bevor sie handeln, und beten, ehe sie denken;
sie werden viele Torheiten vermeiden.
Selig, die schweigen und lächeln können,
auch wenn man ihnen das Wort abschneidet;
sie sind dem Geist des Evangeliums sehr nahe.
Selig, die den Herrn in allen Wesen erkennen und lieben;
sie werden Licht, Güte und Freude ausstrahlen.
Selig, die fähig sind, sich auszuruhen, ohne dafür Entschuldigungen zu suchen, denn sie sind weise. Selig, die schweigen und zuhören können, denn sie werden viel Neues lernen.
Selig, die intelligent genug sind, sich selbst nicht zu ernst zu nehmen;
sie werden von ihren Mitmenschen geschätzt werden.   (Entdeckt in der Wallfahrtskirche Heiligenblut/Bayern; gekürzt)

SCHLUSSGEBET
Gott unser Vater, du schickst uns auf den Weg, um schlicht und ehrlich den Weg zu deinem Reich zu suchen. Öffne unser Herz und unsere Augen für das, was auf uns zukommt und für die, die uns begegnen. Lass uns die kleine Tür finden, die den Zugang zu deiner Liebe bedeutet, in der du uns erwartest, jetzt und in Ewigkeit.   Amen.

VERKÜNDIGUNGEN

SEGENSBITTE
Nun wollen wir Gott um seinen Segen für die kommende Woche bitten!

Wir denken an unsere Angehörigen und Freunde unterwegs,
an jetzt Aufbrechende, an Zurückkehrende, an daheim Gebliebene
und an alle, denen wir versprochen haben, für sie zu beten:

Herr, segne uns mit Liebe und Ausdauer.
Segne uns mit Tatkraft und Geduld
und lass uns so zum Segen für andere werden.

So segne und begleite uns der lebendige Gott,
+ der Vater, der Sohn und der Hl. Geist.  A: Amen.

SENDUNG
Gehen wir, und bleiben wir in Gottes Frieden!  A: Dank sei Gott dem Herrn!

AUSZUGSLIED

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  Fassung vom: 30. 06. 2010