Priesteraushilfe Pfarrer G.R. Bruno Layr
P R I E S T E R A U S H I L F E
GEBETE  -  ERKLÄRUNG ZUM GLAUBENSBEKENNTNIS

 

Das Apostolische (Christliche) Glaubensbekenntnis
Der Versuch einer Erklärung


Was ist das?
Unter dem Apostolischen Glaubensbekenntnis verstehen wir eine Zusammenfassung der wichtigste Glaubenssätze des Christentums. Die evangelischen Christen beten fast dasselbe Glaubensbekenntnis (statt apostolisches sagen sie allerdings christliches Glaubensbekenntnis).

Der Name
Der Grund für die Namensgebung ist eine Legende. Am Pfingsttag sollen alle Apostel, nachdem sie den Heiligen Geist empfangen haben, einen Satz aus dem Glaubensbekenntnis formuliert haben. Sie hätten es dann zu einem Ganzen gefügt und hätten die Völker nach diesem Glaubensbekenntnis gelehrt.

Der Ursprung
Schon im NT finden wir Bekenntnisformeln der Christen, in denen sie versuchen, die wichtigsten Punkte ihres Glaubens zusammenzufassen. Je älter die Kirche wurde, umso länger und genauer wurden diese Bekenntnisformeln. Als Irrlehren das Christentum bedrohten, begannen Bischöfe und Lehrer sich mit diesen Glaubensbekenntnissen gegen Irrlehren abzugrenzen.

Der Ort des Gebetes
In den frühen Jahrhunderten wurde dann der Täufling nach seinem Glauben gefragt. Drei Mal musste er antworten: "Ich Glaube". Du selbst wirst bei der Erstkommunion und bei der Firmung gefragt, ob du glaubst, und du musst deine Antwort darauf geben. Das Apostolische Glaubensbekenntnis beten wir jeder Sonntagsmesse.

Die Entstehung:
Bei der Taufe wurde der Täufling nach seinem Glauben gefragt. Die Antwort gab er meistens in einem Glaubensbekenntnis, dessen Text später im Apostolischen Glaubensbekenntnis festgelegt wurde. Nach dem Konzil von Trient wurde dieses Apostolische Glaubensbekenntnis als Grundlage für den Religionsunterricht genommen. Auch heute wird es an jedem Sonntag im Gottesdienst als Erinnerung, Dank und zum Lob Gottes gebetet.


Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen ...
Wir dürfen Gott unseren Vater nennen. Gott ist wie ein Vater.

... den Schöpfer des Himmels und der Erde,
Wir Christen glauben, dass Gott alles gemacht hat, was es gibt. Er ist unser Schöpfer.

... und an Jesus Christus, seinen eingeborenen Sohn, unseren Herr, empfangen durch den Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria,
Weihnachten erzählt davon dass Gott alles auf den Kopf stellen kann:
... von einem jungen, Mädchen, die von Gott ein Kind geschenkt bekommt;
... armen Hirten, die als erste den Sohn Gottes sehen;
... von einem Stall, von Maria und Josef, die flüchten müssen;
... von Gottessohn, der arm aufwächst.

... gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben,
Menschen können Menschen weh tun, verletzen und vernichten. Das hast du sicher auch schon erlebt, wenn du zu Unrecht beschuldigt worden bist, wenn man dir nicht geglaubt hast. Auch wenn alle Menschen gegen dich sind, einer wird dich immer hören: Gott selbst. Diese hat auch Jesus am kreuz erfahren.

... hinab gestiegen in das Reich des Todes, am dritten Tage auferstanden von den Toten,
Was ist das, das Reich des Todes? Unter dem Totenreich verstehet man heute, dass Jesus durch sein Sterben den Tod jedes Menschen kennt. Jesus ist auch bei denen, die schon vor ihm gestorben sind und ihm nicht gekannt haben. Er lässt niemanden im Stich, weil er mit allen Menschen das gleiche Schicksal, den Tod teilt.

... aufgefahren in den Himmel;
Der Himmel ist nicht oben. Im Himmel leben heißt mit Gott zu leben. Der Himmel ist dort, wo wir Gemeinschaft mit Gott haben. Gott hat Jesus Christus auferweckt und zu sich geholt.

... er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dort wird er kommen, zu richten die Lebenden und die Toten.
Weil Jesus von den Toten auferstanden ist, heiß das noch lange nicht, dass alles heil und gut ist. Durch Jesus Christus ist erst der Anfang, der neuen Welt gemacht. Wir müssen uns jeden Tag für das Leben und für das Gute entscheiden.

... Ich glaube an den Heiligen Geist, die heilige katholische Kirche, Gemeinschaft der Heiligen, Vergebung der Sünden,
Gemeinschaft der heiligen ist die Gemeinschaft der Glaubenden. Alle, die ihr Leben an Jesus Christus ausgerichtet haben und ausrichten, gehören zu dieser Gemeinschaft.

... Auferstehung der Toten und das ewige Leben.
Die Christen wissen, dass diese Welt, in der wir leben, nicht perfekt ist. Viele Menschen werden noch ungerecht behandelt, werden krank, bleiben einsam und werden ausgebeutet. Wir Christen aber glauben, dass Christus all dies sieht, alle Menschen, die Ärmsten, Verachteten, Geschundenen um sich versammelt und dass dann Gerechtigkeit geschieht.


Amen.